Warner Chilcott Deutschland GmbH vor dem Ende!

Das im Jahr 1960 als Röhm Pharma GmbH gegründete Weiterstädter Unternehmen Warner Chilcott Deutschland GmbH steht nach fast 60 Jahren vor dem Aus.

Wie die Geschäftsleitung des mittlerweile zum Allergan PLC Konzern gehöhrenden Unternehmens der Belegschaft mitgeteilt hat, wird die Produktion am Standort Weiterstadt zum 31.12.2018 eingestellt. Von den ehemals 450 Mitarbeitern die in den 90er Jahren hier beschäftigt waren, werden nun auch noch die knapp 230 Mitarbeiter durch diese Werksschließung ihre Arbeit verlieren.

Betriebsratsvorsitzender

Warner Chilcott Deutschland GmbH

Seit Errichtung des Standortes im Jahr 1978 wurden in Weiterstadt verschiedenste verschreibungspflichtige Medikamente hergestellt. Die Produktpalette umfasste den kompletten Bereich von Tabletten über Dragees und Kapseln bis hin zu Salben und Flüssigkeitsabfüllung. Nach der Übernahme durch Procter & Gamble in den Jahren 1991/92 wurden dann sukzessive alle Produkte veräußert, bis nur noch 2 Medikamente in Tabletten- und Kapselform übrig blieben. Vor allem das Hauptprodukt kam seit 2012 durch eine geänderte Preispolitik des Mutterkonzerns und durch nachdrängende Generikaprodukte unter immer stärkeren Wettbewerbsdruck.

Seit mehreren Jahren schon hat der Betriebsrat darauf hingewiesen, dass ohne neue Produkte oder zusätzliches Produktionsvolumen aus dem Portfolio des Mutterkonzerns der Standort mittel- bis langfristig gefährdet wird. Immer wieder wurde durch den Betriebsrat versucht Arbeitsplätze zu sichern und mit verschiedenen Optionen wie z.B. flexibleren Arbeitszeitmodellen Perspektiven aufzuzeigen.

Notwendige Investitionen in zukunftsichere Produktionstechniken und Ausrüstung wurden kaum und wenn dann nur sehr zögerlich getätigt.

Während der diversen Übernahmen in den letzten Jahren durch verschiedene Konzerne wie Procter & Gamble im Jahr 1991, Warner Chilcott in 2012, Actavis in 2014 und zuletzt Allergan PLC, wurde es durch die Geschäftsführung mehrfach versäumt, sich in den verschiedenen Konzernen rechtzeitig zu positionieren, um den Standort mit seinen infrastrukturellen Vorteilen und die hoch qualifizierten Mitarbeiter gegenüber den internen Wettbewerbern ins rechte Licht zu rücken.

Die IG BCE bleibt bei ihrer Forderung, dass das Unternehmen die Verantwortung für den Standort und seine Mitarbeiter übernehmen muss. Das darf sich nicht nur in einem Sozialplan erschöpfen. Es müssen aktiv Interessenten zur Fortführung des Standortes gesucht werden.

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