• 13.07.2017
  • Medieninformation
Pressemitteilung / Bezirk München

Schwarzer Tag für Merck Tochtergesellschaften / Reorganisation Life Science

Merck hat am 12. Juli bekannt gegeben, vier Standorte in den kommenden Jahren schließen zu wollen. Dabei handelt es sich um die Betriebe in Hohenbrunn bei München, Eppelheim, Steinheim und Berlin. Insgesamt haben diese Standorte ca. 650 Beschäftigte. Hintergrund ist eine strategische Neuausrichtung der Life Science Aktivitäten in Deutschland. 

Die betroffenen Betriebsräte reagieren mit Unverständnis auf die Entscheidung, weil die Standorte durchwegs profitabel und erfolgreich arbeiten. Merck hofft, durch diese Maßnahmen effizienter und besser agieren zu können. Ob dies nicht auch mit den bestehenden Strukturen erzielt werden kann, wurde bislang nicht überprüft.

Der Standort Merck-Schuchardt in Hohenbrunn bei München arbeitet effizient, erfolgreich und für den Mutterkonzern profitabel. Seine 110 Beschäftigten produzieren und befüllen Lösungsmittel, Reagenzien und Feinchemikalien. Dass jetzt ein traditionsreicher, gut funktionierender und attraktiver Standort mit einer 135-jährigen Geschichte geschlossen werden soll, stößt beim Standortbetriebsrat und den Mitarbeitern auf Unverständnis und Widerstand. „Die Mitarbeiter und wir können nicht nachvollziehen, dass bewährte Strukturen und profitable Betriebsabläufe einfach eingestampft werden sollen“, so Stefan Plenk, IG BCE-Gewerkschaftssekretär in München.

Mit Unverständnis reagiert auch Seppel Kraus, Landesbezirksleiter der IGBCE in Bayern: „Warum soll ein attraktiver und erfolgreicher Betrieb wie Hohenbrunn geschlossen werden? Gemeinsam mit und für die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb werden wir diese Entscheidung nicht so ohne Weiteres hinnehmen und uns für den Erhalt des Standorts einsetzen!“

Auch die Betriebsräte haben ihre Standorte nicht aufgegeben und werden für deren Erhalt kämpfen. Sie erwarten vom Unternehmen, dass sie eine faire Chance erhalten, die geplanten Maßnahmen zu hinterfragen und ggf. alternative Vorschläge zu entwickeln. Das ist umso wichtiger, weil bis heute keinerlei Diskussion mit den Betriebsräten über die Entwicklungsmöglichkeiten der Standorte im Zusammenhang mit der Reorganisation geführt wurde.

„Jetzt auch noch Merck“ so Astrid Meier, IG BCE-Bezirksleiterin München. „Wir stellen vermehrt fest, dass gerade durch die niedrigen Zinsen und den Kampf um Renditen, die Unternehmen, Manager und Stakeholder immer erfinderischer werden. Auf der Suche nach den höchsten Renditen oder größten Einsparungen, kaufen Unternehmen und Investoren andere Unternehmen auf, treiben Merger voran und ändern ihre Betriebsstrukturen. Ein bekanntes Beispiel für die Jagd auf die höchste Rendite ohne Rücksicht auf die Menschen im Betrieb, ist mit Sicherheit die Fusion Linde/Praxair und nun auch noch Merck.“

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