• 13.07.2017
  • Medieninformation
Pressemitteilung / Landesbezirk Baden-Württemberg

Schwarzer Tag für Merck Tochtergesellschaften / Reorganisation Life Science

Merck hat am 12. Juli bekannt gegeben, 4 Standorte in den kommenden Jahren schließen zu wollen. Dabei handelt es sich um Eppelheim, Steinheim, Hohenbrunn und Berlin. Die Standorte haben in Summe ca. 650 Beschäftigte. Hintergrund ist eine strategische Neuausrichtung der Life Science Aktivitäten in Deutschland. 

Die Entscheidung ist von den betroffenen Betriebsräten auf Unverständnis gestoßen, denn die Standorte arbeiten durchweg erfolgreich. Merck glaubt, mit den Maßnahmen noch effizienter und noch besser auf Kundenwünsche orientiert reagieren zu können. Ob dies nicht auch aus bestehenden Strukturen entwickelt werden kann muss geprüft werden.

Frank Heßler, stellvertretender Landesbezirksleiter der IG BCE in Baden Württemberg, reagiert mit Unverständnis. „Immerhin war das Life Science Geschäft für Merck attraktiv genug, um es zu erwerben, und zwar mit unseren knapp 500 Kolleginnen und Kollegen in Baden-Württemberg. Ihnen jetzt ohne Not die Existenzgrundlage zu entziehen können wir nicht nachvollziehen.
Beide Baden-Württemberger Standorte in Eppelheim und Steinheim wurden erst in den letzten Jahren, Steinheim sogar erst im November 2015, von Merck erworben. Jetzt sollen die Beschäftigten ihren sicher geglaubten Arbeitsplatz verlieren. 

Wir werden uns mit der Bekanntgabe einer strategischen Entscheidung nicht zufrieden geben. Wir erwarten, dass Merck den Menschen, die für gutes Geschäft stehen, eine verlässliche Perspektive bietet. DAS verstehen wir unter Sozialpartnerschaft!“ 

Auch die Betriebsräte werden ihre Standorte nicht aufgegeben und um deren Erhalt kämpfen. Sie erwarten vom Unternehmen, dass sie eine faire Chance erhalten die geplanten Maßnahmen zu hinterfragen und ggf. alternative Vorschläge zu entwickeln. Dies ist umso notwendiger, als bis heute keine Diskussion mit den Betriebsräten über die Entwicklungsmöglichkeiten der Standorte im Zusammenhang mit der Reorganisation geführt wurde.

Jürgen Glaser, Unternehmensbetreuer der IG BCE für Merck Gesamt erklärt: "Für die IG BCE steht die Sicherung der Arbeitsplätze an erster Stelle der Agenda. Es gibt nicht nur eine Verantwortung gegenüber den Aktionären sondern auch gegenüber den Mitarbeitern. Dies gilt insbesondere wenn alleine aus strategischen Überlegungen Betriebe aufgegeben werden sollen."

Nicht jeder Beschäftigte kann die Mobilität aufbringen, um eine neue Beschäftigung zu finden. Das kann beispielsweise für langjährige Mitarbeiter das berufliche Aus bedeuten. Die gesamte Lebensplanung wird von heute auf morgen in Frage gestellt.

Bevor also über die Umsetzung der Maßnahmen und den Ausgleich der Nachteile für die Mitarbeiter gesprochen wird, muss das Reorganisationskonzept grundsätzlich überprüft werden.

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