URL dieser Seite: https://darmstadt.igbce.de/-/SEc

31.07.2018

Kultur- und Theaterkreis

Die Kohle geht, die Kunst bleibt

Unter diesem Motto machte sich eine Gruppe des „Kultur- und Theaterkreises der IG BCE Bezirk Darmstadt über Pfingsten auf, um zu den Ruhrfestspielen nach Recklinghausen zu fahren. Selbstverständlich ist das Programm des bedeutenden Theaterfestivals in diesem Jahr stark geprägt vom Ende des Steinkohlebergbaus und trägt das Motto „Heimat“.

Kulturkreis - Grubenfahrt - 03

Gleich nach Ankunft der Gruppe, am Freitagmittag und einem zünftigen Mittagessen im Brauhaus ging es mit Alois Banneyer, dem Theaterpädagogen der Ruhrfestspiele, zu einem Rundgang mit Blick hinter die Kulissen des Festspielbetriebes. Höhepunkt des Tages war dann der Besuch der Premiere von „PEEKABOO/NGALI/GEN“, der Sao Paulo Dance Company, dem vermutlich bedeutendstem Tanztheater Lateinamerikas.

„Glück Auf“ hieß es dann am Samstag. Ehemalige Bergleute der Region führten die Gruppe durch das Trainingsbergwerk in Recklinghausen. Und, wer wollte, konnte bei dieser ebenso interessanten wie unterhaltsamen Führung selbst Hand anlegen und die original Maschinen ausprobieren.

https://www.youtube.com/watch?v=Aw2NCWRoIZc

https://www.youtube.com/watch?v=6Qfia7nVOt0

Neben viel Wissenswertem aus dem Alltag der Bergleute gab es auch allerlei lustige Anekdoten und natürlich auch ein wenig Bergmannssprache. So ist z.B. ein „Weiberarsch“ keineswegs despektierlich gemeint, sondern der Name für die ganz besonders geformte Grabschaufel der Bergleute.

Am Ende durfte sich jeder Teilnehmer noch ein Säckchen der letzten abgebauten Steinkohle mit nach Hause nehmen.

Soviel Input macht hungrig und so stärkte sich die Gruppe im Anschluss an die spannende Führung erst einmal ausführlich in einem schönen Restaurant direkt an der Halde und dem Landschaftspark Hoheward gelegen.

Am Abend stand der Besuch des Theaterstücks „Gespenster“ von Henrik Ibsen in einer Inszenierung von Johannes Zametzer auf dem Programm. Beim gemeinsamen Ausklang des Abends auf dem Festspielhügel wurde das Stück noch ausgiebig besprochen und das Gesehene interpretiert und diskutiert.

Ein Wochenende voller unterschiedlichster Eindrücke ging am Sonntagvormittag mit dem Besuch der Lesung aus dem Roman „Germinal“ von Émile Zola viel zu schnell zu Ende.

Beim anschließenden gemeinsamen Abschlussimbiss waren sich alle Teilnehmer einig: „Wir kommen wieder zu den Ruhrfestspielen – im nächsten Jahr“!