Was lange währt, wird endlich gut…

Gespräch zwischen Bürgermeister Rafael Reißer und Arbeitnehmervertretern von Merck

Inklusion in Darmstädter Berufsschulen war das große Thema des Gesprächs zwischen dem Darmstädter Bürgermeister Rafael Reißer und Michael Fletterich (BR-Vorsitzender), Ilona Spitzenberg (SBV Vorsitzende), sowie Sebastian Cramer (JAV Vorsitzender).

Bürgermeister Reißer

Inklusion Gespräch Inklusion Merck - Bürgermeister Reiser

Das Gespräch wurde von den drei Gewerkschaftern gesucht, da sich die schlechten Berichte aus den Berufsschulen in den letzten Monaten verdichtet haben und andererseits Sanierungspläne aufgrund des Steuerlochs auf der Kippe standen. „Das war für uns ein No Go, nachdem wir nun bereits 2011 eine Zusage bekommen haben, dass das Berufsschulzentrum Nord kernsaniert wird und alle baulichen Aspekte der Inklusion berücksichtigt werden“, so Ilona.

„Damals ging es für uns um die Rückführung der kaufmännischen Auszubildenden von einer Privatschule, zurück zum Berufsschulzentrum Nord. Die Renovierungsgarantie hatte in der Entscheidungsfindung das größte Gewicht“, ergänzt Sebastian.

Empfangen wurden die Drei im Neuen Rathaus der Stadt Darmstadt. Dort stellte Michael das Kernproblem noch einmal dar: „Die Berufsschulen in Darmstadt sind einfach nicht Behindertengerecht. Dies macht zum Beispiel die Ausbildung eines Rollstuhlfahrers unmöglich. Inklusion darf nicht an den Toren zur Berufsschule enden.“

Bürgermeister Reißer hatte sich gut für das Gespräch gewappnet und legte seinen Gästen einen bereits voll ausgearbeiteten Renovierungs- und Umbauplan vor. „Es sind viele Projekte an den Darmstädter Schulen geplant, mit fast 70 Millionen Euro ist das Berufsschulzentrum Nord das teuerste von allen.“, so Reißer. Denn nicht nur neue Schulräume werden die Azubis dort bekommen, sondern auch eine komplett neu erbaute Mensa, welche auch für die Öffentlichkeit und die umliegenden Schulen zugänglich sein soll. Voraussichtlich im kommenden Jahr werden die Renovierungen am Berufsschulzentrum Nord beginnen und sich über die nächsten 3-4 Jahre erstrecken. Geplant ist, das im Jahr 2021 die Berufsschulen fertig renoviert sind. Im Laufe dieser Zeit sollen die Nebenstellen der Berufsschulen in die Hauptstellen überführt werden. Ziel ist eine Zentralisierung. Zu diesem Zweck wird auch das Berufsschulzentrum West für zusätzliche 30 Millionen saniert. Das Ganze ist ein logistisches Mammutprojekt, denn wir reden hier von vielen Tausend Schülern, die hiervon während des ganz normalen Schulbetriebs betroffen sein werden.

Am Ende waren alle sehr zufrieden mit dem Ausgang des Gesprächs. „Das wir solch detaillierte Pläne vorgelegt bekommen, damit haben wir alle nicht gerechnet“, so Ilona. Auch Sebastian stand die Erleichterung, dass hier nun endlich etwas geschieht, ins Gesicht geschrieben. Trotzdem blieb er noch etwas skeptisch: „Wir haben schon einmal Zusagen für Sanierungen bekommen, wenn auch bei weiten nicht so weit ausgereifte. Es bleibt nun abzuwarten was 2018 passieren wird und ob es dann wirklich losgeht.“

Nach oben