Evonik steht vor großen Veränderungen

Evonik kündigt Ausgliederung des Methacrylat-Verbundes an

Am Dienstag früh den 6. März wurden die Mitarbeiter bei Evonik bundesweit darüber informiert, dass das Unternehmen die Ausgliederung großer Teile von Performance Materials plant. Dazu gehören die Geschäftsgebiete Methacylates, Acrylic Products, CyPlus Technologies und die MMA-Harze. Betroffen sind nach Angaben des Unternehmens weltweit 3700 Mitarbeiter. Der Großteil davon kommt aus Deutschland.

Die Ankündigung schlug wie eine Bombe ein. Niemand hatte zum jetzigen Zeitpunkt mit einem Verkauf gerechnet. Zwar hatte der Konzern vor 3 Jahren Performance Materials nicht mehr zum Kerngeschäft erklärt und ihm die Rolle der Cash-Cow für den Konzern zugewiesen. Aber zwischenzeitlich hat sich das Segment prächtig entwickelt und im Geschäftsjahr 2017 maßgeblich das Ergebnis des Konzerns geprägt. In dieser Situation einen Verkauf vorzubereiten ist der Hammer, erklärt Jürgen Glaser, Bezirksleiter der IG BCE Darmstadt. Die Mitarbeiter haben im Rahmen des Projekts MIND Verzicht geleistet, um die gesetzten Ziele des Konzerns zu erreichen. Jetzt ist das Ziel erfüllt und sie sollen verkauft werden.

Die bisherigen Informationen sind noch sehr dürftig. Deswegen wird es in den kommenden Wochen darauf ankommen die geplanten Maßnahmen und Auswirkungen systematisch zu hinterfragen.

Alles hängt vom potentiellen Käufer ab:

  • Welches Geschäft bringt er mit. Ergänzt sich das Geschäft oder ist mit Überschneidungen zu rechnen?
  • Was sind die strategischen Ziele des Käufers?
  • Was ist für sein Kerngeschäft und was nicht?

Aber schon jetzt ist klar, dass es auf den Verkauf nur eine Antwort geben kann. Wir werden uns vor die Mitarbeiter stellen und alles dafür tun, dass ein Verkauf nicht zu Lasten der Beschäftigten geht.

Die IG BCE hat mit den Betriebsräten hierzu ein Forderungspaket gegenüber Evonik erstellt. Mit diesen Forderungen wollen wir die Zusicherung von Evonik bekommen, dass der Verkauf an die Einhaltung von Bedingungen durch den Käufer geknüpft wird:

  • Zukunftsfähiges Geschäftsmodell für die neue Gesellschaft
  • Investitionen zur Weiterentwicklung der Gesellschaft
  • Fortschreibung der Tarifbindung und der betrieblichen Regelungen
  • Keine Standortschließungen, keine betriebsbedingten Kündigungen
  • Fortführung des Ausbildungsverbundes
  • u.a.m.

Jetzt geht es darum zügig in Verhandlungen einzutreten.

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